Liebe Mitglieder,
hier finden Sie unsere aktuelle Pressemitteilung. Wir vom BVIB e. V. sehen die am 18. Februar 2026 vom BAMF angekündigte Ausweitung der Erstorientierungskurse (EOK) um rund 60 % bis 2029 mit großer Sorge. Während das Trägerrundschreiben TRS IK 02/2026 den Zugang zu Integrationskursen für zehntausende Menschen drastisch einschränkt, sollen nun 134 Millionen Euro in ein Kursformat fließen, das keine nachhaltige Sprachförderung bietet.
Aus unserer Sicht ersetzt ein Erstorientierungskurs keinen Integrationskurs – weder sprachlich, noch didaktisch, noch gesellschaftlich. EOK sollen laut BAMF lediglich erste Orientierung und Alltagshilfen vermitteln. Strukturiertes Lernen, systematischer Spracherwerb und ein anerkanntes Sprachzertifikat bleiben außen vor. Damit werden Strukturen gefördert, die Integration nur an der Oberfläche unterstützen.
Besonders kritisch sehen wir die Qualitätsunterschiede: Lehrkräfte in EOK benötigen keine BAMF-Zulassung nach § 15 IntV, und das Honorarniveau liegt deutlich unter dem in Integrationskursen. Das verschärft prekäre Arbeitsbedingungen, senkt die Unterrichtsqualität und gefährdet die Stabilität der gesamten Sprachkurslandschaft.
Wir fordern die Bundesregierung auf,
- die Einschränkungen durch TRS IK 02/2026 unverzüglich aufzuheben,
- den vollen Zugang zu Integrationskursen wiederherzustellen,
- EOK nicht als Ersatz für Sprachförderung zu missbrauchen,
- das Gesamtprogramm Sprache zu sichern und auszubauen,
- Lehrkräfte und Träger langfristig strukturell und finanziell zu stärken.
Mit unserer Kampagne www.gesamtprogramm-sprache-retten.jetzt setzen wir uns gemeinsam mit Trägern und Lehrkräften dafür ein, die Qualität und Zukunft der Sprachförderung in Deutschland zu erhalten.
Für Rückfragen oder O-Töne stehen wir jederzeit zur Verfügung.
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